Meine Arbeit mit Kindern und Kinderheimen

Seit über 30 Jahren darf ich immer wieder in unterschiedlichen Kinderheimen tätig sein. Diese Arbeit hat mich über viele Jahre begleitet, geprägt und mir zahlreiche Begegnungen mit Kindern, Jugendlichen und den Menschen ermöglicht, die sie täglich begleiten.

Dabei geht es für mich nicht nur um das Kind allein. Es geht auch um sein Umfeld, seine Geschichte und die Frage, wie wir als Erwachsene einem Kind begegnen können, das vielleicht Verhaltensweisen zeigt, die wir zunächst nicht verstehen.

Was möchte uns ein Kind zeigen?

Kinder drücken nicht immer mit Worten aus, was sie beschäftigt. Manchmal zeigt sich etwas über ihr Verhalten, über Rückzug, Wut, Ängste oder auch über körperliche Beschwerden.

Dann finde ich es wichtig, nicht nur zu fragen: Wie können wir dieses Verhalten verändern? Sondern zunächst: Was könnte hinter diesem Verhalten stehen? Was braucht dieses Kind gerade? Was macht ihm vielleicht Angst? Und wie können wir als Erwachsene konstruktiv damit umgehen?

Körperliche Beschwerden sollten dabei immer medizinisch abgeklärt werden. Gleichzeitig kann es im Rahmen der therapeutischen Arbeit sinnvoll sein, auch darauf zu schauen, welche Belastungen, Gefühle oder Lebenssituationen ein Kind gerade begleiten.

Kinder sehen und verstehen

Ein Gedanke ist für mich in der Arbeit mit Kindern besonders wichtig: Wenn ein Mensch sich gesehen fühlt, kann er sich angenommen und geliebt fühlen. Und je mehr ich einen Menschen wirklich sehe, desto besser kann ich versuchen, ihn zu verstehen und mich auf ihn einzulassen.

Gerade bei Kindern bedeutet das manchmal auch, als Erwachsener einen Schritt zurückzutreten. Nicht sofort zu erklären, zu bewerten oder eine Lösung vorzugeben, sondern zunächst Raum zu geben.

Was möchte das Kind ausdrücken? Was braucht es von den Erwachsenen um sich herum? Und was können vielleicht auch wir Erwachsenen verändern?

Arbeit mit Kindern und den Erwachsenen, die sie begleiten

In den vergangenen Jahrzehnten durfte ich diese Themen in vielen unterschiedlichen Formen begleiten: in Einzelgesprächen, in Gruppenarbeiten, in der Zusammenarbeit mit Sozialpädagogen sowie direkt mit Kindern und Jugendlichen.

Je nach Situation können Gespräche, Übungen oder Elemente der Familien- und Aufstellungsarbeit dabei helfen, Beziehungen und familiäre Zusammenhänge aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Dabei geht es nicht darum, Schuld zu verteilen oder festzulegen, wer etwas „falsch“ gemacht hat. Viel wichtiger ist für mich die Frage, wie wir ein Kind in seiner jeweiligen Situation besser verstehen und unterstützen können.

Raum geben und miteinander sprechen

Gesunde Kommunikation ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit. Manchmal bedeutet gute Kommunikation nicht, noch mehr zu reden. Sie kann auch bedeuten, zurückzutreten, zuzuhören und dem anderen Raum zu geben. Das gilt für Kinder ebenso wie für Erwachsene.

Kinder können uns nicht immer genau erklären, was in ihnen vorgeht. Umso wichtiger ist es, aufmerksam hinzuschauen, Fragen zu stellen und nicht vorschnell zu urteilen.

Meine langjährige Arbeit in Kinderheimen hat mich darin immer wieder bestärkt: Ein Kind muss nicht nur gehört werden. Es möchte auch gesehen werden.

Therapeutische Arbeit mit Kindern

Neben meiner langjährigen Tätigkeit in Kinderheimen arbeite ich auch therapeutisch mit Kindern. Dabei steht für mich immer das einzelne Kind mit seiner Persönlichkeit, seinem Erleben und seiner jeweiligen Lebenssituation im Mittelpunkt.

Kinder bringen ihre Themen nicht immer mit Worten zum Ausdruck. Manchmal zeigen sie sich über Ängste, Rückzug, Wut, auffälliges Verhalten oder körperliche Beschwerden. In der therapeutischen Arbeit versuche ich gemeinsam mit dem Kind und, je nach Alter und Situation, auch mit den Eltern oder anderen Bezugspersonen zu verstehen, was das Kind gerade beschäftigt und welche Unterstützung hilfreich sein kann.

Dabei können Gespräche, kindgerechte Übungen und Elemente der Aufstellungsarbeit eingesetzt werden. Besonders wichtig ist mir, dass ein Kind nicht das Gefühl bekommt, „falsch“ zu sein oder verändert werden zu müssen. Es darf zunächst darum gehen, das Kind zu sehen, ihm zuzuhören und ihm Raum zu geben.

Für Eltern, die zunächst allein auf die Situation ihres Kindes schauen möchten, gibt es auch die Begleitung für Familien.

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